Vor 50 Jahren noch ein Randphänomen, ist Demenz/Alzheimer heute unter den sieben häufigsten Todesursachen. Und die Zahlen gehen steil bergauf. Wo kommt Demenz her? Was tun dagegen?
Normale Vergesslichkeit vs. Demenz/Alzheimer
| Merkmal | Normale Vergesslichkeit | Erste Demenz-Symptome |
|---|---|---|
| Gegenstände | Verlegen des Schlüssels, man findet ihn später wieder. | Ablegen von Dingen an absurden Orten (z.B. Brille im Kühlschrank). |
| Orientierung | Kurzzeitig vergessen, welcher Wochentag ist. | Orientierungslosigkeit in vertrauter Umgebung (z.B. den Heimweg nicht finden). |
| Sprache | Ein Wort fällt einem erst später wieder ein. | Häufige Wortfindungsstörungen, Nutzen von „Füllwörtern“ oder Ersatzbegriffen. |
| Urteilsvermögen | Eine falsche Entscheidung treffen. | Dauerhaft schlechtes Urteilsvermögen (z.B. Kleidung unpassend zum Wetter). |
Vorsorge
Wer früh anfängt, lebt besser und selbstbestimmt. Mit den folgenden Faktoren kann nach heutigen Stand Demenz in 40-50 % aller Fälle vermieden bzw. um Jahre verzögert werden.
MIND-Diät (bei 53 %)
Die MIND-Diät ist eine Mischung aus Mittelmeer-Küche und der DASH-Diät (gegen Bluthochdruck). Studien des Rush University Medical Center zeigen, dass sie das Alzheimer-Risiko um bis zu 53 % senken kann.
Langfristigkeit: Der Nutzen ist am größten, wenn die Diät über Jahre hinweg konsequent als Lebensstil verfolgt wird.
Tipp: Mit Google kann man sehr einfach komplette MIND-Diät-Wochenpläne inkl. Einkaufslisten erstellen lassen. Das geht in wenigen Minuten.
MIND-Diät in Kurzform
Die 10 „Gehirn-Superfoods“ (Empfohlen):
Die 5 „Ungesunden“ (Meiden):
Wichtigste Fettquelle: Natives Olivenöl extra.
Der „Gehirn-Kick“: Fischöl (mindestens 2-3x pro Woche), da die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren Entzündungen im Gehirn hemmen.
Trinken: Da das Durstgefühl nachlässt, stellen Sie Getränke überall sichtbar bereit.
Fingerfood: Wenn das Essen mit Besteck schwerfällt, bieten Sie mundgerechte Stücke an, um die Autonomie zu fördern.
MIND-Diät – Wochenplan (Beispiel)
Ein MIND-Wochenplan setzt darauf, täglich Vollkorn und Gemüse zu integrieren, während Geflügel, Beeren und die Fischöl-Gaben über die Woche verteilt werden.
| Tag | Frühstück | Mittagessen | Abendessen |
|---|---|---|---|
| Mo | Haferflocken mit Blaubeeren & Walnüssen | Großer bunter Salat mit Kichererbsen & Olivenöl-Dressing | Vollkornpasta mit Tomatensauce und viel Spinat |
| Di | Griechischer Joghurt mit Beeren und Mandeln | Vollkorn-Sandwich mit Putenbrust und Beilagensalat >Fischöl-Gabe | Gegrilltes Gemüse mit braunem Reis und Brokkoli |
| Mi | Omelett mit Spinat, Paprika und Zwiebeln | Linsensalat mit Zwiebeln, Kräutern und Olivenöl | Hähnchen-Gemüse-Pfanne mit Quinoa |
| Do | Vollkornbrot mit Avocado und einem Ei | Übrig gebliebene Vollkornpasta vom Montag | Erbsen-Zucchini-Cremesuppe |
| Fr | Beeren-Smoothie mit Chiasamen | Curry-Hähnchen mit braunem Reis >Fischöl-Gabe | Salat mit gegrillter Forelle |
| Sa | Vollkorn-Pfannkuchen mit Bananen | Hausgemachtes Chili mit Pute und vielen Bohnen | Große „Buddha Bowl“ mit Tofu, Quinoa und Blattgemüse |
| So | Vollkorn-Bagel mit Rührei und Kräutern | Kichererbsen-Salat-Wraps mit Avocado >Fischölgabe | Gemüse-Pizza auf Vollkornteig (wenig Käse) |
Soziale Kontakte (bis 50 %)
Präventionswirkung: Häufige soziale Kontakte im mittleren bis späten Lebensalter senken das Demenzrisiko um ca. 30 % bis 50 %. Zudem kann hohe soziale Aktivität den Ausbruch einer Demenz um bis zu fünf Jahre verzögern.
Isolation wiederum erhöht das Demenzrisiko um 30 %.
Hörtest (ab 50 Lebensjahr) (über 40 %)
Ein Hörgerät ist eine der effektivsten Demenz-Präventionen, da es die soziale Teilhabe sichert und die akustische Rinde im Gehirn aktiv hält.
Je früher ein Hörgerät zur Anwendung kommt um so eher kann Demenz verhindert bzw. verzögert werden. Wirksamkeit: 40 % der Demenzerkrankungen könnten verhindert / verzögert werden.
Der Hörakustiker, z.B. am Marktplatz in Murrhardt, bietet diesen kostenfrei an.
Tipp: Ab 50 Lebensjahr 1x jährlich.
Mentales Training (über 40 %)
Es geht nicht um stures Kreuzworträtsellösen, sondern um kognitive Flexibilität und Neuheit.
- Raus aus der Routine: Putzen Sie die Zähne mit der schwachen Hand oder nehmen Sie einen völlig neuen Weg zum Supermarkt.
- Soziale Interaktion: Ein komplexes Gespräch mit Freunden fordert das Gehirn mehr als jede App.
- Lifelong Learning: Eine neue Sprache oder ein Instrument zu lernen, baut massiv neue Synapsen (kognitive Reserve) auf.
- Bewegung: 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche fördern die Durchblutung des Hippocampus.
Vorsorge – der stille Retter
CheckUp machen
Beim CheckUp vom Hausarzt gibt es wertvolle Laborwerte auf Kassenkosten. Cholesterin, LDL und Blutzucker.
Wie oft?
- Alle 3 Jahre für Kassenpatienten.
- Alle 2 Jahre im Hausarztprogramm (HZV)
- Jährlich im AOK-HZV-Programm
Blutdruck & Blutzucker messen
Regelmäßig Blutdruck und Blutzucker messen hilft frühzeitig gegensteuern zu können.
Tipp1: 1x alle 3-6 Monate ab 55 Lebensjahr.
Tipp2: Blutzuckergeräte inkl. Teststreifen können kostenfrei bei den Herstellen bestellt werden, oder in der Apotheke gekauft werden.
Tipp3: Ein Blutdruckgerät kostet beim DM und bei Angebotsaktionen der Discounter ca. 20 €.
Vitamin-D nehmen
Vitamin-D-Mangel ist fast schon normal in Deutschland. Kaum Zeit an der frischen Luft und im Sonnenschein, da hat unser Körper keine Chance das Vitamin ausreichend herzustellen. Grund: Unser „moderner“ Lebenstil.
Tipp1: Vitamin D und B12 können beim Hausarzt auf eigene Kosten für ca. 60 € geprüft werden.
Tipp2: Für ca. 20-30 € kann ein Vitamin-D-Jahresvorrat (Tabletten) im Internet von jedermann bestellt werden.
Weiteres siehe unter „Risikofaktor/Vitamin-D“.
Vitamin-B12 nehmen
Vitamin-B12-Mangel verursacht Symptome wie bei einer Demenz. Da es in vielen Lebensmittel von der Industrie zugesetzt wird, ist hier ein Mangel selten.
Tipp1: Vitamin D und B12 können beim Hausarzt auf eigene Kosten für ca. 60 € geprüft werden.
Tipp2: Für ca. 20-30 € kann ein Vitamin-D-Jahresvorrat im Internet von jedermann bestellt werden.
Weiteres siehe unter „Risikofaktor/Vitamin-B12“.
Therapie zu Hause
Aktuell gilt Demenz als unheilbar. Aber man kann sie verlangsamen und oft auch „einfrieren“. (Wirksamkeit in %)
MIND-Diät (bei 53 %)
Die MIND-Diät ist eine Mischung aus Mittelmeer-Küche und der DASH-Diät (gegen Bluthochdruck). Studien des Rush University Medical Center zeigen, dass sie das Alzheimer-Risiko um bis zu 53 % senken kann.
Langfristigkeit: Der Nutzen ist am größten, wenn die Diät über Jahre hinweg konsequent als Lebensstil verfolgt wird.
Tipp: Mit Google kann man sehr einfach komplette MIND-Diät-Wochenpläne inkl. Einkaufslisten erstellen lassen. Das geht in wenigen Minuten.
MIND-Diät in Kurzform
Die 10 „Gehirn-Superfoods“ (Empfohlen):
Die 5 „Ungesunden“ (Meiden):
Wichtigste Fettquelle: Natives Olivenöl extra.
Der „Gehirn-Kick“: Fischöl (mindestens 2-3x pro Woche), da die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren Entzündungen im Gehirn hemmen.
Trinken: Da das Durstgefühl nachlässt, stellen Sie Getränke überall sichtbar bereit.
Fingerfood: Wenn das Essen mit Besteck schwerfällt, bieten Sie mundgerechte Stücke an, um die Autonomie zu fördern.
MIND-Diät – Wochenplan (Beispiel)
Ein MIND-Wochenplan setzt darauf, täglich Vollkorn und Gemüse zu integrieren, während Geflügel, Beeren und die Fischöl-Gaben über die Woche verteilt werden.
| Tag | Frühstück | Mittagessen | Abendessen |
|---|---|---|---|
| Mo | Haferflocken mit Blaubeeren & Walnüssen | Großer bunter Salat mit Kichererbsen & Olivenöl-Dressing | Vollkornpasta mit Tomatensauce und viel Spinat |
| Di | Griechischer Joghurt mit Beeren und Mandeln | Vollkorn-Sandwich mit Putenbrust und Beilagensalat >Fischöl-Gabe | Gegrilltes Gemüse mit braunem Reis und Brokkoli |
| Mi | Omelett mit Spinat, Paprika und Zwiebeln | Linsensalat mit Zwiebeln, Kräutern und Olivenöl | Hähnchen-Gemüse-Pfanne mit Quinoa |
| Do | Vollkornbrot mit Avocado und einem Ei | Übrig gebliebene Vollkornpasta vom Montag | Erbsen-Zucchini-Cremesuppe |
| Fr | Beeren-Smoothie mit Chiasamen | Curry-Hähnchen mit braunem Reis >Fischöl-Gabe | Salat mit gegrillter Forelle |
| Sa | Vollkorn-Pfannkuchen mit Bananen | Hausgemachtes Chili mit Pute und vielen Bohnen | Große „Buddha Bowl“ mit Tofu, Quinoa und Blattgemüse |
| So | Vollkorn-Bagel mit Rührei und Kräutern | Kichererbsen-Salat-Wraps mit Avocado >Fischölgabe | Gemüse-Pizza auf Vollkornteig (wenig Käse) |
Mentales und Soziales Training (bis 50 %)
Es geht nicht um stures Kreuzworträtsel, sondern um kognitive Flexibilität und Neuheit.
Soziale Kontakte
Besuche von Familie & Freunden oder der Besuch einer Tagespflege-Einrichtung sind essenziell. Ein komplexes Gespräch mit Freunden fordert das Gehirn mehr als jede App.
Isolation beschleunigt den Abbau teils rapide.
Gemeinschaftsaktivitäten: Die Teilnahme an Demenzcafés oder Hobbygruppen fördert den Austausch mit Gleichgesinnten und baut Ängste ab.
Biografiearbeit
Sprechen Sie über früher. Über das Alltagsleben, Beruf und Familie und Urlaube.
Stellen Sie bei Gesprächen auch aktuelle Bezüge her. „Sehen Sie diese Blume? Das ist eine Rose. Hatten Sie auch Rosen in ihrem Garten?“
Stellen Sie Fragen und ermuntern zu Antworten.
Nutzen Sie Fotoalben oder Musik von früher.
Das Langzeitgedächtnis bleibt oft lange intakt und stärkt das Selbstwertgefühl.
Gedächtnisübungen
Klassische Methoden wie Wortfindungsspiele, Rückwärts-Buchstabieren oder das Lösen einfacher Kreuzworträtsel und Logikrätsel.
Bewegung
Bewegung verstärkt alle übrigen Punkte dieser Liste. Sie steigert die Durchblutung, stärkt die Muskulatur, trainiere den Gleichgewichtssinn (Sturzprophylaxe), uvm.
Beispiel: 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche fördern die Durchblutung des Hippocampus.
Raus aus der Routine
Putzen Sie die Zähne mit der schwachen Hand oder nehmen Sie einen völlig neuen Weg zum Supermarkt.
Merke: Routinen sind für Demenzerkrankte sehr wichtig. Dennoch hilft es eben diese Routinen -wohlüberlegten und im richtigen Maß – zu variieren.
Kreativität fördern
Malen, Musizieren und Tanzen stimulieren verschiedene Gehirnareale gleichzeitig und fördern das emotionale Wohlbefinden.
Lebenslanges Lernen
Eine neue Sprache oder ein Instrument zu lernen, baut massiv neue Synapsen (kognitive Reserve) auf.
Aber dies gilt für alles, was neu erlernt wird:
- Hobbykoch: neues Rezept kochen / backen
- Handarbeit: neues Strickmuster erlernen
- Garten: ein neues Projekt planen, ein Beet umgestalten
- Künstler: ein Bild malen
- …
Orientierungshilfen platzieren
Durch bewusst platzierte „Orientierungshilfen“ bekommt der Demenzerkrankte Orientierung zu Zeit, Ort, Situation und Personen.
Ideen für solche Hilfen:
- Alle Uhren gehen richtig (Zeit)
- Es hängen nur aktuelle Hinweiszettel in der Wohnung / im Wohnbereich (Situation)
- Hinweise sind gut leserlich, ausreichend groß und knapp formuliert;
- Der Kalender / die Kalender sind tagesaktuell
- Die TV-Zeitschrift ist beim richtigen Datum aufgeschlagen.
- Die Gardinen sind geöffnet, es kann nach draußen geschaut werden (Tag od. Nacht)
- Die Dekoration passt zur Jahreszeit
- Es gibt ausreichend helle Lichtquellen
- Wege und Räume sind ggf. gut ausgeschildert
- Aktuelle und alte Bilder der nächsten Bezugspersonen prominent plaziert, ggf. mit zugehörigen Namen beschildert
- Einfache Sprache / Sätze verwenden
- Kochen, Anzieh- und Waschtraining
- Piktogramme und Schilder aufhängen (zum Beispiel Toilette, Wohnraum)
- …
Struktur geben
Ein fester Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen gibt Sicherheit und reduziert Orientierungslosigkeit.
Demenz-Trainings-App`s
Bei Ihrer Krankenkasse können Sie moderne Apps für spielerische Übungen erfragt werden.
Hörtest/-gerät (bis 50 %)
Gehörlosigkeit entfremdet vom sozialen Umfeld.
Ein Hörgerät ist eine der effektivsten Demenz-Präventionen, da es die soziale Teilhabe sichert und die akustische Rinde im Gehirn aktiv hält.
Der Hörakustiker, z.B. am Marktplatz in Murrhardt, bietet diesen kostenfrei an.
Tipp: Ab 60. Lebensjahr 1x jährlich.
Vitamine & Vorsorge (bei 30-50 %)
CheckUp machen
Beim CheckUp vom Hausarzt gibt es wertvolle Laborwerte auf Kassenkosten. Cholesterin, LDL und Blutzucker.
Wie oft?
- Alle 3 Jahre für Kassenpatienten.
- Alle 2 Jahre im Hausarztprogramm (HZV)
- Jährlich im AOK-HZV-Programm
- Jederzeit bei Privatpatienten
Blutdruck & Blutzucker messen
Regelmäßig Blutdruck und Blutzucker messen hilft frühzeitig gegensteuern zu können.
Tipp1: 1x alle 3-6 Monate ab 55 Lebensjahr.
Tipp2: Blutzuckergeräte inkl. Teststreifen können kostenfrei bei den Herstellen bestellt werden, oder in der Apotheke gekauft werden.
Tipp3: Ein Blutdruckgerät kostet beim DM und bei Angebotsaktionen der Discounter ca. 25 €.
Vitamin-D nehmen
Vitamin-D-Mangel ist fast schon normal in Deutschland. Kaum Zeit an der frischen Luft und im Sonnenschein, da hat unser Körper keine Chance das Vitamin ausreichend herzustellen. Grund: Unser „moderner“ Lebenstil.
Tipp1: Vitamin D und B12 können beim Hausarzt auf eigene Kosten für ca. 60 € geprüft werden.
Tipp2: Für ca. 20-30 € kann ein Vitamin-D-Jahresvorrat (Tabletten) im Internet von jedermann bestellt werden.
Weiteres siehe unter „Risikofaktor/Vitamin-D“.
Vitamin-B12 nehmen
Vitamin-B12-Mangel verursacht Symptome wie bei einer Demenz. Da es in vielen Lebensmittel von der Industrie zugesetzt wird, ist hier ein Mangel selten.
Tipp1: Vitamin D und B12 können beim Hausarzt auf eigene Kosten für ca. 60 € geprüft werden.
Tipp2: Für ca. 10-15 € kann ein Vitamin-B12-Jahresvorrat im Internet/Apotheke von jedermann bestellt werden.
Weiteres siehe unter „Risikofaktor/Vitamin-B12“.
Begleitsymptome frühzeitig behandeln
Regelmäßige Check-ups beim Hausarzt und ggf. beim Neurologen/Psychiater sind wichtig, um Begleitsymptome wie Unruhe, Schlafstörungen oder Depressionen (ggf. medikamentös) zu behandeln.
Wohnumfeld sicher machen
Stolperfallen (Teppiche) entfernen und für helle, blendfreie Beleuchtung sorgen.
Beschriften Sie Schränke (z. B. ein Bild von Besteck auf der Schublade) und nutzen Sie große Uhren mit Datumsanzeige.
Starke Kontraste helfen (z. B. ein blauer Teller auf einem weißen Tisch), da das Kontrastsehen oft nachlässt.
Pflegebedürftigkeit regeln
Siehe hierzu unseren Link:
Risikofaktoren
Die Demenzforschung unterscheidet diese in:
Nicht beeinflussbare Faktoren
Diese Faktoren sind keine direkte Ursache der Krankheit, erhöhen aber die statistische Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken.
- hohes Alter
- genetische Veranlagung
- weibliches Geschlecht
- wegen höherer Lebenserwartung und
- vermuteten hormonellen Einflüssen
Beeinflussbare Faktoren
(In Prozent die statistische Wirksamkeit des Faktors.)
Seh- und Hörverlust (bis 9 %)
Einer der gewichtigsten Faktoren, da fehlende Reize zu sozialen Rückzug führen und so den Abbau beschleunigen.
Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes & hohes LDL (bis 9 %)
Diese schädigen allesamt langfristig die Gefäße und fördern chronisch entzündliche Prozesse im Körper.
Dauerhaft hohe Blutzuckerwerte schädigen zudem Nerven direkt.
Einsamkeit & Isolation (bis 5 %)
Mangelnder Austausch mit anderen lässt geistige Fähigkeiten schneller verkümmern. Es fördert Depression und geistigen Abbau.
Bildungsstand (bis 5 %)
Eine unzureichende schulische Ausbildung in jungen Jahren verringert die sogenannte „kognitive Reserve“. Wer sein Gehirn früh trainiert, baut mehr neuronale Verbindungen auf, die im Alter vor geistigem Abbau schützen können.
Dem Gehirn „Neues“ zu lernen zu geben, kann die Entstehung bzw. das fortschreiten von Demenz hinauszögern.
Schlafgewohnheiten (bis 4 %)
Sowohl zu kurzer Schlaf (< 6 Stunden) als auch extrem langer Schlaf (> 8-9 Stunden) korrelieren mit einem erhöhten Risiko.
Auch fehlender Vormitternachtsschlaf steht im Verdacht. Dies hängt mit der Regenerationszeit des Hirns zusammen. In der Zeit zwischen 21.00 Uhr und 1.00 Uhr „säubert“ der Körper speziell im Gehirn Stoffwechselrückstände („Schlacke).
Depressionen (bis 3 %)
Sie können sowohl Symptom als auch Risikofaktor sein; chronische Depressionen belasten das Gehirn chemisch.
Kopfverletzungen (bis 3 %)
Schädel-Hirn-Traumata (z. B. durch Unfälle oder Kontaktsport) erhöhen das Risiko für degenerative Prozesse.
Rauchen, Alkohol & Drogen (bis 3%)
Wirken als Nervengifte bzw. stören neuronale Prozesse.
Alkohol killt aktiv Nervenzellen.
Rauchen erhöht massiv das Risiko für Gefäßschäden und oxidativen Stress im Gehirn.
Luft- & Wasserverschmutzung (bis 3 %)
Belastet das Immunsystem und den Kreislauf im allgemeine. Dies raubt unter anderem Reparaturkapazitäten in Gehirn und Organen.
z.B. kann Feinstaub bis in Gehirn gelangen und führt dort zu Entzündungen.
Bewegungsmangel (bis 2 %)
Körperliche Inaktivität schadet der Durchblutung allgemein und im Gehirn. Dies stört den Stoffwechsel in vielerlei Weise.
Sport fördert die Durchblutung und die Neubildung von Nervenzellen.
niedriger Vitamin-D-Spiegel
Studienergebnisse: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird in Beobachtungsstudien mit einem bis zu 49 % höheren Demenzrisiko in Verbindung gebracht. Bei extremem Mangel steigt dies auf über 100 % an. In einer Studie sank das Demenz-Risiko deutlich bei Personen die Vitamin-D eingenommen haben.
Sollwerte:
- Idealwert: 80 ng/ml
- niedrig ab: <40 ng/ml
- Mangel ab: <20 ng/ml
Wirkung: Vitamin D unterstützt den Abbau von schädlichen Amyloid-Ablagerungen und schützt Nervenzellen vor Entzündungen.
Vitamin-B12-Mangel
Problem: Bei 10 – 40 % der Senioren besteht eine Resorptionsstörung die zu B12-Mangel führt. Tabletten helfen dann oft nicht, es sind B12-Spritzen nötig. Gründe sind …
- … weniger Magensäureproduktion im Alter verhindert die Aufnahme von B12;
- … Medikamente als „B12-Räuber“ (z.B. Pantoprazol, Metformin).
- … chronische Darmkrankheiten (M. Crohn, Zöliakie, u.a.);
- … Darmflora-Fehlbesiedlung (durch falsche Ernährung, Antibiotika, …)
Sollwerte:
- Normal: >400 pg/ml
- niedrig ab: <400 pg/ml
- Mangel ab: <200 pg/ml
Wirkung: Vitamin-B12 senkt den Spiegel der Aminosäure Homocystein. Homocystein wirkt in hohen Dosen als Zellgift und schädigt die Gefäße.
Schwerer B12-Mangel löst Symptome aus, die einer Demenz täuschend ähnlich sehen (Gedächtnisverlust, Verwirrtheit). Diese sind im Frühstadium mit B12-Gabe regelmäßig heilbar.