Niemand will das, und doch passiert es – ein geliebter Mensch stirbt.
Trauernden Angehörigen steht nicht der Sinn nach Papierkram und Behördengängen.
Schon deshalb, weil kaum einer weis – Was nun? Was ist zu tun?
Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung was zu tun ist.
Schritt 1.
… der geliebte Mensch verstirbt.
Schritt 1.: Nehmen Sie sich Zeit um Abschied zu nehmen.
Wer dies bewusst tut, der ist nicht weniger traurig, aber er ist stärker für die Zukunft gerüstet.
Ab Sterbezeitpunkt haben Sie mindestens drei Stunden Zeit um …
… wenn zu Hause passiert …
… den Hausarzt anzurufen für die Totenschau. Dieser stellt dann den Totenschein aus.
Die Totenschau sollte frühestens drei Stunden nach Sterbezeitpunkt erfolgen, es besteht daher keine Eile.
Tipp: Eine „Aufbahrung zu Hause“ kann problemlos für bis zu 36 Stunden erfolgen.
… wenn unterwegs / außer Haus passiert…
… Arzt / Notarzt anrufen. Diese veranlassen dann die nötigen Schritte.
… wenn in Klinik / Pflegeheim passiert …
… die Einrichtung veranlasst die nötigen Schritte.
Schritt 2.
Schritt 2.: Bestatter kontaktieren
- Sie haben Wahlfreiheit unter allen Bestattern bundesweit. Einfach auf Google-Maps nach „Bestatter“ suchen.
- Sie können mehrere Angebote einholen. Sie haben 36 Stunden Zeit für die Auswahl und Beauftragung eines Bestatters (Tipp: vorzugsweise erfolgt dieser Punkt noch zu Lebzeiten).
- Ein guter Bestatter wird zuerst ein einfühlsames und dennoch ausführliches Gespräch führen.
- … um die Kosten zu klären
- … nötige Formalitäten abzusprechen
- … Sie über nötige Behördengänge zu informieren
- bei alle weiteren Schritte sollte ein Bestatter Ihnen beistehen können, die hierbei anfallenden Kosten sind im Vorfeld zu klären
Schritt 3.
Schritt 3.: Papiere zusammensuchen
Das Wichtigste für die ersten 3 Tage
- Totenschein
- Geburtsurkunde
- Familienstandnachweise:
- verheiratet: Heiratsurkunde
- geschieden: Heiratsurkunde + Aktenzeichen des Scheidungsurteil
- verwitwet: Heiratsurkunde + Sterbeurkunde des Ehepartners
- Lebenspartnerschaft: Lebenspartnerschafturkunde / Personenstandurkunden
- Personalausweis / Reisepass
- Ausländer/ Spätaussiedler: Originalurkunden inkl. Übersetzung, Reisepass, ggf. Vertriebenenausweis
- Krankenkassenkarte
- Rentenunterlagen:
- Rentenversicherungsnummer (ehem. LVA/BFA)
- Betriebsrente (Personalnummer und Anschrift)
- Beamter: LBV Rentenversicherungsnummer (Landesamt für Besoldung und Versorgung)
alles weitere
- Schwerbehindertenausweis
- Versicherungspolicen
- Lebensversicherung
- Sterbegeldversicherung
- ggf. Unfallversicherung
- …
- Bankdaten
- Bankverbindungen
- Kreditkarten
- Sparbücher, Sparbriefe
- Schliessfach-, Aktiendepotunterlagen
- Bausparunterlagen
- sonstige Geldanlagen
- Mietvertrag (Wohnung & Co)
- Leasingverträge
- Auto
- …
- Abos, Mitgliedschaften & Co
- Zeitung
- Fitness-Center
- Vereinsmitgliedschaft
- Streamingdienste
- Telefonanbieter & Co
- …
Schritt 4.
Schritt 4.: Behördengänge
(Tipp1: für vieles kann der Bestatter beauftragt werden)
bis zum dritten Tag
- Meldung beim Standesamt inkl. Totenschein
- Meldung bei der Krankenkasse
- Meldung bei der Rentenversicherung
- Antrag auf Rentenfortzahlung (¼ Jahr) stellen
- Meldung beim Arbeitgeber
- des Verstorbenen
- Ihren eigenen, zwecks Sonderurlaub beantragen
später
- Banken, Aktiendepot & Co kontaktieren
- ggf. Daueraufträge stoppen
- ggf. laufende Zahlungen stoppen
- ggf. sonstige laufende Zahlungen stoppen
- Sterbegeldversicherung: Leistungsfall melden
- Lebensversicherungen: Leistungsfall melden
- Versicherungen informieren
- ggf. um Restbeiträge zurück zu bekommen
- um Policen zu beenden
- Nachlassgericht kontaktieren (Nicht amtliches Testament einreichen, 10 – 15 Erbscheine beantragen)
- ggf. Mietverträge (Wohnung & Co) kündigen
- ggf. Leasingverträge beenden
- Mitgliedschaften & Abos kündigen
- Post, Telefonanbieter, Vereine & Organisationen informieren
- Sozial-Media-Accounts
- Daten sichern
- Account kündigen
- …
Schritt 5.
Schritt 5.: vor dem Begräbnis / Trauerfeier
- Trauerfeier planen & Ablauf der Beisetzung
- Termine für Trauerredner und Kirche absprechen
- Kaffeetafel planen
- Grabstätte und Blumenschmuck auswählen
- Traueranzeige/ Trauerkarten beauftragen
- Falls Todesfall im Krankenhaus/ Pflegeheim eintrat, Kleidung und persönliche Gegenstände abholen
Schritt 6.
Schritt 6.: nach der Trauerfeier
- offene Punkte von Schritt 4. & 5.
- Verbleib von Kleidung/ Gegenständen/ Möbeln des Verstorbenen klären
- ggf. Testamentseröffnung
- Mietvertrag kündigen/ Immobilienstatus klären
- Grabgestaltung/ Grabpflege organisieren oder selbst übernehmen
- Steinmetz für Grabmal kontaktieren
- Finanzamt kontaktieren (Steuererklärung, Abmeldung Kfz-Steuer)
- …
Schritt 7.
Schritt 7.: Trauern Sie aktiv!
Trauer ist „Abschied nehmen“.
Wer dies bewusst tut, der ist nicht weniger traurig, aber er ist stärker für die Zukunft gerüstet!
Kontaktadressen zu hilfreichen Angeboten HIER.
Gefühle zulassen
Erlauben Sie sich, alle Gefühle – Traurigkeit, Wut oder auch Freude – zu empfinden, ohne sich dafür zu verurteilen. Das Unterdrücken kann später zu Depressionen führen.
Sich Zeit nehmen
Seien Sie geduldig mit sich und lassen Sie sich Zeit für den Prozess. Jeder Mensch trauert anders und in seinem eigenen Tempo. 1-2 Jahre Trauerzeit sind normal.
Rituale schaffen
Erinnern Sie sich bewusst an die verstorbene Person, indem Sie beispielsweise Fotos ansehen, Musik hören, die Sie beide mochten, oder ihr Lieblingsessen kochen. Das Schreiben in einem Tagebuch oder Briefen kann ebenfalls entlasten.
Ablenkung suchen
Planen Sie bewusst Zeiten für Dinge ein, die Ihnen guttun, um wieder Kraft zu schöpfen.
Hilfe annehmen
Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung anzunehmen. Es ist ein Zeichen von Stärke, sich bei Freunden, Familie oder auch bei Profis Hilfe zu holen. Kontaktadressen zu hilfreichen Angeboten gibts HIER.
Ehrenamtliche geschulte Hilfe finden Sie bei:
- proffessionellen Trauerbegleitern
- Selbsthilfegruppen für Trauernde
- Telefonseelsorge
- Psychotherapeuten